Partnerschaft mit Chegato Zimbabwe

Partnerschaft zwischen  den Gemeinden des ehemaligen

Kirchenkreises Hannover-Linden  und  dem Kirchenkreis

Chegato in Zimbabwe

 

Die Partnerschaft zwischen dem ehemaligen Kirchenkreis Hannover-Linden (12 Gemeinden) und der Evangelical Lutheran Church in Chegato (11 Gemeinden) besteht seit 1986. Aus ersten Begegnungen vor 23 Jahren – kurz nach dem Ende des Befreiungskampfes gegen die weiße Minderheitsherrschaft – entwickelte sich der Grundgedanke der Partnerschaft:

* Partner zu sein auf gleicher Augenhöhe

* Gemeinsame Projekte zu entwickeln, die allen nützen;

* Mit Achtung füreinander das jeweils Fremde kennen zu lernen,

miteinander bekannter und vertrauter zu werden und so mehr

zu verstehen, Fremdheit zu überwinden.

 

..........vielleicht ein kleiner Beitrag zum Einüben von Menschenwürde und Frieden.

 

So entstand die Partnerschaft: Einer der ersten Initiatoren der Verbindung mit Zimbabwe war Anfang der 80er Jahre ein Vikar der Bethlehem-Gemeinde in Linden-Nord, Tim Kuschnerus. Da die ev.-luth. Landeskirche Hannovers über das Missionswerk in Herrmannsburg vor allem Partnerschaften nach Südafrika organisierte, war die Idee einer Partnerschaft mit Zimbabwe, einem Land, das gerade einen Befreiungskampf erfolgreich beendet hatte, Neuland.

1982 besuchte eine Delegation des Kirchenkreises Linden Zimbabwe. Sie wurde zunächst in Bulawayo, der zweitgößten Stadt des Landes, vom damaligen Bischof Shiri empfangen und besuchte dann Missionsstationen, Schulen, Krankenhäuser, Farmschulprojekte und Kirchengemeinden. Am Ende der Reise wurde über die Idee einer Partnerschaft gesprochen – mit sehr verhaltener Resonanz auf Seiten der Afrikaner.

Die anfängliche Zurückhaltung der Zimbabwer war zu verstehen vor dem Hinter-grund, sich gerade erst von der Vorherrschaft der Weißen befreit zu haben. Aber es gab dann eine behutsame Annäherung.

Eindrucksvoll war 1986 die Reise der Bethlehem-Kicker, der Fußballmannschaft aus der Bethlehem-Gemeinde in Linden. In dem Zusammenhang wurde die Verbindung mit der ev.-luth. Kirchengemeinde Chegato vermittelt.

Eine erste Delegation aus Chegato kam 1987 nach Hannover, 1989 reiste erneut eine Gruppe von hier nach Zimbabwe. Mehr und mehr erwies sich das Anliegen, wirklich Partner sein zu wollen, als glaubwürdig, und so wuchs die Zusammenarbeit zu gegenseitigem Nutzen. Ein Sinnbild dafür erschien in dem Film der Reise 1989: Wie Herr Engel (damals Superintendent) Wasser aus dem neu gebohrten Brunnen angeboten wurde, in dem Sinn: „Du kannst unser Brunnenwasser getrost trinken – es ist klar und rein!“

Danach gab es 1991, 1996 und 2000 Begegnungen in Hannover und 1994, 1995, 1998 und 2003 Besuche in Chegato.                           

 

 

Projekte der Partnerschaft

1988 wurde Geld ohne Zweckbindung überwiesen. Die Gemeinde hatte den Bau eines Gästehauses beschlossen. Nach Fertigstellung wurde es aber bald der Chegato High School als Lehrerwohnhaus zur Verfügung gestellt, um für die Gemeinde regelmäßige Einkünfte zu haben. So ist das bis heute.

 

Schulgeld

Ende der 80er Jahre wurden 10.000 DM als Schulgeld für bedürftige Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt. Dieses Geld, wurde uns 1998 versichert, ist restlos für den bestimmten Zweck verwendet worden. Eine Kontrollmöglichkeit hatten wir nicht.

Kornmühle

Um den Mais für das Hauptnahrungsmittel Sadza zu mahlen, hat der Kirchenkreis Hannover-Linden Chegato Parish dabei unterstützt, eine Kornmühle zu bauen und zu betreiben. Sie ist in einem kleinen Gebäude auf dem Schulgelände untergebracht - zusammen mit einer zweiten Mühle, die der Schule gehört und in einem ersten Arbeitsgang die äußere Schicht vom Maiskorn trennt, bevor es in der Gemeindemühle fein gemahlen wird.

Die Mühle macht die Gemeinde von anderen Betreibern unabhängig und bringt Einnahmen. Zurzeit ist sie allerdings nicht ausgelastet – es gibt wenig zu mahlen in Zeiten von Lebensmittel-Knappheit. Noch weniger wird die Schulmühle genutzt: In besseren Zeiten nahm man den Abfall als Hühnerfutter. Jetzt wird alles gleich für den menschlichen Verzehr in der Gemeindemühle gemahlen. Nur an Festtagen, wie jetzt, macht man eine Ausnahme...

Staudamm

Das symbolträchtigste Projekt der Partnerschaft überhaupt: Der Bau eines Dammes, um das Flüsschen Gambure zu stauen. 1994 Beginn der Erdarbeiten zusammen mit den Jugendlichen aus Hannover. Für die Afrikaner ein bleibendes Erlebnis, Weiße körperlich arbeiten zu sehen. 1995 feierliche Einweihung. Der Stausee bewässert Gärten, die von der Gemeinde an Familien verteilt werden, und liefert Protein durch die Fische, die in ihm geangelt werden können.

Zweimal war der Damm bei Stürmen gebrochen in den folgenden Jahren, einmal notdürftig und einmal grundlegend im März 2003 erneuert worden. 30 Millionen Zim-Dollar hat es gekostet. Beauftragt war eine Spezialfirma, die Leute von Chegato haben geholfen beim Bau Im Frühjahr hat der Damm nun einem schlimmen Zyklon standgehalten. Eine gewisse Senkung hat es gegeben, einen Riß, eine kleine Leckage. Aber er hält. In Zukunft wird ein water engineer den Zustand des Dammes begutachten und für alles Nötige sorgen, hören wir.

Die Gärten sind wieder angelegt, grüner als 1998 (es hat im Juni noch geregnet!), aber das Wasser wird immer noch eimerweise von den Frauen auf dem Kopf von der Entnahmestelle zu den Feldern getragen.

Solarkocher

Ein Projekt beim Besuch der Partner in Hannover 1996 war der Bau eines Solarkochers. 1998 wurde das Gerät bei unserem Besuch in Chegato optimiert. Durchgesetzt hat es sich dennoch nicht. Es wird weiTer mit dem knappen Rohstoff Holz gekocht. Auch Die Begeisterung, die ein Dosenprojekt während der EXPO in Hannover ausgelöst hat (mit leeren verbundenen Getränkedosen eine Feuerstelle mit weniger Energieverlust bauen), hat keine praktischen Folgen gehabt. Allerdings ist wenigstens in der Schulküche von holzbefeuerten Kesseln auf elektrische Sadza-Kocher umgestellt worden – Kochen mit Strom ist auch nicht der letzte ökologische Schluss, aber wenigstens sind in der unmittelbaren Umgebung die Bäume nicht mehr durch den Großverbraucher Schule bedroht.

Hühnerfarm

Ein Projekt, über das lange geredet worden ist. Es sollte den Jugendlichen der Gemeinde zu einer Einkommensquelle verhelfen. Chicken sind vor dem teuren Rindfleisch die verbreitete Fleischbeilage – wenn es Fleisch gibt (wenn Gäste da sind, gibt es immer welches - aber sonst...).

1998 haben wir einen Incubator, einen Brutapparat, als Grundausstattung mitgebracht, 2000 nahm die Delegation aus Hannover einen zweiten mit. Währenddessen ist neben der Kornmühle ein kleines Gebäude errichtet worden für das Projekt (mit Geldern einer Einzelspende, die eigentlich für Jugendräume in Chegato bestimmt war – für die Partner war die Farm ein Raum der Jugend...). Eddy berichtet von vielversprechenden Anfängen. Aber dann wurde die Chickenfarm zum Symbol der wirtschaftlichen Situation im Land. Zunächst hatte man Küken gekauft und gemästet. Jetzt sind Küken sehr teuer geworden. Futter fällt in der Mühle nicht mehr an. Die Menschen essen den Mais selbst. Und wenn Hühner doch großgezogen sind, hat niemand das Geld, sie zu kaufen. Nun ruht der Betrieb, genau wie der der schuleigenen Hühnerfarm.

Danga Chapel

Das Projekt von 1998 – Bau einer Kirche in Danga, neben Jeka eins der beiden lebhafteren „Zentren“ von Chegato Parish. Der Bischof hatte nach unserm Anfang den Bau gestoppt, weil er die Kapelle für zu klein hielt. Danga hat das Potential zu wachsen, heißt es. Außerdem hat sich der Untergrund als zu unsicher erwiesen – wir haben gewissermaßen auf Sand gebaut... und vom nahen Hügel kommt das Wasser. Jetzt ist ein neuer Platz ganz in der Nähe gefunden, für die Fundamente ist bis zum Fels gegraben worden. Unsere Plackerei soll aber nicht umsonst sein: Auf das alte Fundament soll nach Möglichkeit ein Mitarbeiterhaus gebaut werden.

Die Finanzierung ist sehr unsicher. Aktuell sind Materialkosten in Höhe von 18.900.000 $ errechnet. Nur Material. 400 Steine sind fertig. 130 Sack Zement liegen beim Lutherischen Entwicklungsdienst bereit (für rund 3250 weitere Steine). Und 500 US-$ sind noch da aus Partnerschaftsmitteln. Sonst: Fehlanzeige sowohl bei der ELCZ und beim Lutherischen Entwicklungsdienst. Und in der Gemeinde?

Die Zementsteine sind die teure Edelbauweise. Darum gibt es Diskussionen, nur die Basis des Gebäudes mit diesem Material zu bauen und es dann mit preiswerteren Baustoffen fertig zu stellen. Teure Projekte erfüllen meistens ihren Zweck nicht, sagt Eddy:  Sie werden einfach nicht fertig.

 

Projektideen

Auto

Um Transportmöglichkeiten zu haben, wird in Chegato das Angebot einer japanischen Wohltätigkeitsorganisation beraten, die alte Autos nach Afrika verschenkt. Wir befürchten, dass das eine Entsorgung von Schrottkarren sein könnte. Außerdem müssen die Beschenkten die Gebühren und die Schiffsfrachtkosten übernehmen – schon das macht das Geschenk teuer für Chegato. Positiv: Alte Autos sind nicht so voll elektronisiert und damit reparierbar. Anderswo gibt es bereits gute Erfahrungen. Wir versprechen, uns zu informieren.

Fax

Ein zweiter Dauerbrenner ist das Kommunikationsproblem: Außer der Post geht nicht viel in Chegato. Die Telefonleitungen sind überlastet. An Email ist nicht zu denken. Faxen geht vielleicht. Ein 1998 vorhandenes Fax war und ist kaputt. Wir wollen versuchen, in Bulawayo ein Gerät zu kaufen.

Schulgeld

Eine alte Idee kommt in neuer Gestalt: Die Übernahme von Schulgeldern, jetzt für AIDS-Waisen, durch die Partner in Hannover wird später zum Schwerpunkt. Ungelöstes Problem: Wie kann dieses Geld sicher nach Chegato gebracht werden?

Schulpartnerschaft

In den Anfängen war die Verbindung der Chegato High School mit der IGS Mühlenberg ein verheißungsvoller Teil der Partnerschaft. Das ist aber sehr abhängig von Personen gewesen und mit diesen Personen gegangen. Wir überlegen, beim nächsten Besuch aus Chegato in Hannover diesen oder einen anderen Kontakt zu Schulen wieder aufzubauen.

 

Im Jahr 2003 haben nur drei Mitglieder unserer Chegatogruppe den Weg nach Zimbabwe gewagt. Das Problem ist leider noch immer die gespannte politische Lage und die Versorgung der Gäste.

Auf dem Bild rechts die Delegation in  Njube  dem  Jugendzentrum  des ELCZ (Evangelical Lutheran Church in Zimbabwe). Hier werden junge Frauen ausgebildet in Nähen, Schneidern, Entwerfen von Schnitten, also Design, Buchhaltung, Kurzschrift und Maschineschreiben. Es gibt im Zentrum auch Zimmer für Gäste, da dort auch Tagungen stattfinden können. Njube ist ein Vorort von Bulawyo. Das ELCZ ist vom Flughafen gut zu erreichen und wird von uns gern genutzt zum Treffen mit unseren afrikanischen Freunden. Von hier starten die nächsten Unternehmungen.

Zum Programm gehörten ein Besuch des Staudamms in Chegato sowie die Baustelle in Danga und ein Besuch in Mnene zum 100jährigen Bestehen der Ev.-luth. Kirche in Zimbabwe.

Für 2005 ist geplant sieben Gäste aus Chegato im August für drei Wochen einzuladen.

 

 

Kontaktadressen:  Uwe Siemers-Ziegler,  Mail: usz@tiscali.de

                  Partnerschaftsausschuß             

                  Bernd Grell,  Mail: berndgrell@surfeu.de

                                 



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